Einleitung

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen wird seit ein paar Jahren daran gearbeitet, die Kinder und Jugendhilfe weiterzuentwickeln und die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe stärker am sozialen Lebensumfeld der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu orientieren und stärker sozialraumbezogen zu organisieren (Kreistagsbeschluss v. 16.3.2005).

Eine gute Kinder- und Jugendhilfe sieht sich vor die Herausforderung gestellt, den steigenden Anforderungen an ihre inhaltliche Qualität und Quantität gerecht zu werden, ohne jedoch gleichzeitig zu weiterhin jährlich steigenden Kosten zu führen.

Aus dem Aufgabenkatalog des SGB VIII zusammen mit den weiteren gesetzlichen Vorschriften wie AGSG, BayKiBiG etc. für die Kinder- und Jugendhilfe ergibt sich eine Fülle von Aufgaben, deren qualitativ gute Bewältigung enorme Kosten für den Landkreis als öffentlichen Träger der Jugendhilfe und die beteiligten freien Träger der Jugendhilfe nach sich zieht. Gesellschaftliche Entwicklungen machen diese Aufgabenerfüllung hingegen immer komplexer und schwieriger und verursachen höhere Ausgaben.

Wir sehen jedoch durch eine sozialräumliche Orientierung i.S.d. nachfolgenden Ausführungen eine Möglichkeit, im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen eine gute Kinder- und Jugendhilfe zu gewährleisten, die imstande ist, die an sie gestellten Herausforderungen zu meistern und dabei mittelfristig auch die Kosten auf einem einigermaßen gleichbleibenden Niveau zu halten – so die einschlägigen Erfahrungen anderer Landkreise und Städte. Bewusst ist uns dabei aber, dass eine derartige Struktur der Kinder- und Jugendhilfe wohl nicht zu wesentlichen Einsparungen gegenüber dem derzeitigen Kostenniveau führen wird. Vielmehr wird für die Dauer des Umstrukturierungsprozesses in den nächsten Jahren noch ein weiterer finanzieller Bedarf entstehen.

Nur eine Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe erhält jedoch langfristig die Möglichkeit, bei einer fachlich hohen Qualität und mit einem effektiven und effizienten Ressourceneinsatz, den Familien, Kindern und Jugendlichen im Landkreis eine nützliche und sie und ihre Lebenswelt stärkende Unterstützung zu geben. Hierfür wurden in den letzten Jahren bei dem öffentlichen Träger der Jugendhilfe wie auch den freien Trägern und weiteren Beteiligten an der Kinder- und Jugendhilfe einige Grundlagen gelegt und Veränderungen in Arbeits- und Sichtweise vorgenommen, um diesen Entwicklungsprozess weiter voran zutreiben. So arbeiten bereits jetzt viele Akteure in der Kinder- und Jugendhilfe mit einem Blick auf vorhandene Ressourcen bei den Familien.

Die nachfolgende Darstellung soll die angestrebten bzw. teilweise bereits begonnenen Veränderungen in der Kinder- und Jugendhilfe zur Sozialraum- und Ressourcenorientierung zusammenführen und bündeln, um den Grundstein für die notwendige inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung zu bilden.

 

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