Frühkindliche Entwicklung

Baby am herd

Die frühkindliche Entwicklung hat einige Besonderheiten:

Die ersten Lebensjahre haben einen enormen Einfluss auf das gesamte weitere Leben des Kindes.

Kleine Kinder sind mehr als jemals sonst in ihrem Leben auf die Geborgenheit durch ihre Eltern angewiesen. Ohne diese sind sie nicht überlebensfähig. Sie brauchen Nähe, Zuwendung und Vertrautheit, um sich gut entwickeln zu können.

In dieser Lebensphase entwickelt das Kind seine Bewegungsfähigkeit, lernt zu sprechen, entwickelt sich geistig und im Kontakt mit anderen. Nach und nach wird das eigene „Ich" sichtbarer, erlebbarer und die Selbständigkeit nimmt zu.

Die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Babys bilden sich täglich mehr aus. Die Entwicklungsprozesse sind stark ineinander verwoben und das Baby gestaltet dabei seine eigene Entwicklung aktiv und ganz individuell.

Besonders gut kann die Entwicklung durch die Eltern begleitet werden, wenn das Kind eine wertschätzende und ermutigende Haltung erfährt. Ein Baby möchte von Anfang an dazu gehören und sich geliebt fühlen, wichtig sein und Bedeutung haben, sich fähig und sicher fühlen. Allerdings verlaufen diese Entwicklungsprozesse ganz unterschiedlich, jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Kinder brauchen: 

Einen sicheren Rahmen, in dem die Grundversorgung sichergestellt wird. Hierbei geht es darum Gefahrenquellen zu entschärfen, sowie Ernährung und Hygiene sicherzustellen.

Anerkennung und Bestätigung, sie sind das wichtigste für das Selbstwertgefühl Ihres Sprösslings. Anerkennung meint auch die Bestätigung der ganzen Person des Kindes und seines Daseins, unabhängig von seinen Leistungen. Erkennen Eltern jede noch so kleine Situation an, loben und ermutigen sie ihr Kind, reagieren die Kleinen mit strahlender Freude.

Positive Erfahrungen und eine wertschätzende Haltung sind das beste, was Sie Ihrem Kind bieten können, damit es Grundvertrauen, Eigenständigkeit und Lebensfreude entwickeln kann.

Sicherheit und Beständigkeit

Jedes Kind wird in eine ihm völlig unbekannte Welt hineingeboren. Es muss die Zusammenhänge erst lernen, was oft verwirrend und anstrengend ist. Durch immer wiederkehrende Abläufe gewinnt das Kind Sicherheit in allen Bereichen: „Mama kommt, wenn ich weine; zum Essen sitzen wir am Tisch; zum Schlafen wird der Vorhang zugezogen, noch ein Lied gesungen und dann das große Licht ausgemacht."

Kinder lieben Rituale und Wiederholungen! Das gibt ihnen Sicherheit und sie lernen Lebenszusammenhänge.

Feinfühliges Eingehen auf ihre Signale

Das Kind tritt von Anfang an mit seiner Umwelt in Kontakt. Dabei signalisiert es immer wieder eigene Befindlichkeiten, Bedürfnisse, Wünsche und Empfindungen.

Bei Babys lassen sich verschiedene Signale beschreiben:

Schreien: Mangel, Unbehagen, Ablehnung,

Mimik: Erschrecken, Ekel, Interesse, Wohlbehagen, Entspannung, Freude

Körperspannung: Anspannung, Angst, Wohlbefinden

Blickrichtung: Interesse, Aufmerksamkeit, Müdigkeit, Überforderung

Das Kind benötigt insbesondere in den ersten Monaten feinfühliges Verhalten der Eltern. Die Signale „sehen und verstehen" sind hierbei die ersten Schritte. Dabei braucht es keinen zu ängstigen, ein Signal des Kindes einmal falsch zu deuten. Denn, ob sich das Kind durch die Reaktion der Eltern verstanden fühlt, lässt sich wiederum an seiner Reaktion erkennen. Reagiert es nicht mit Entspannung oder Zufriedenheit, kann erneut auf sein Verhalten reagiert werden. Wichtig ist aber das prompte und möglichst angemessene Eingehen auf die Signale des Säuglings. Nur so kann das Kind Vertrauen in sich und seine Umwelt aufbauen.

Wenn Säuglinge also schreien, drücken sie ihr Unwohlsein aus, ohne böse Absicht. Gehen Sie darauf ein, verwöhnen Sie den Säugling nicht, sondern stärken in ihm das Vertrauen in sich und seine Umwelt.

Freiraum und Grenzen

Die Energie, die ein Kind zur Erforschung seiner Umwelt mit bringt, ist sicher immer wieder eine Herausforderung für die Eltern. Eltern sollten diesen Wissens- und Forscherdrang bestätigen und anerkennen. Dennoch ist es an manchen Stellen wichtig, dass Eltern einen klaren Rahmen setzen, damit sich ihr Kind orientieren kann. Diese Grenzen muss das Kind natürlich erst ständig austesten und herausfinden. Ganz besonders gilt hier, die Situationen aus der Perspektive des Kindes zu betrachten und die Beschränkungen so auszusprechen, dass Ihr Kind sie auch versteht. Nur so erfüllen Grenzen ihren Sinn, sie geben Sicherheit durch Orientierung.

Haben Sie den Mut und erziehen Sie nicht stur nach Ratgeber. Versuchen Sie feinfühlig die Möglichkeiten, Persönlichkeiten und Ziele von sich selbst und Ihren Kindern zu berücksichtigen. Um Ihr Handeln bewusst in den Blick nehmen und reflektieren zu können, finden Sie möglicherweise hier hilfreiche Anregungen: 

 

Beratung finden Sie hier.

 

 

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