Namensrecht und -änderung

Recht

Bürgerlich-rechtliche Namensführung und Namensänderung nach dem deutschem Recht

Es folgen Informationen zum Thema „bürgerlich-rechtliche Namensführung und Namensänderungen nach deutschem Recht“. Die Darstellung hier ist nur beispielhaft. Es ist uns nicht möglich alle Varianten abzubilden.

Alle aufgeführten Informationen sind allgemeiner Natur und können nicht jeden Einzelfall abdecken. Welche Unterlagen Sie individuell benötigen, hängt ganz von Ihrer persönlichen Situation ab.

Wenden sie sich bitte wegen speziellen Fragen an ihre Gemeinde!

Namensänderung nach Auflösung der Ehe

Wenn Sie nach Auflösung Ihrer Ehe Ihren Geburtsnamen oder einen vorher geführten Familiennamen wieder annehmen möchten, erkundigen Sie sich welche Unterlagen von Ihnen vorzulegen sind, und sprechen Sie bitte persönlich bei entsprechenden Stellen vor.

Familienname des Kindes

Wenn Sie verheiratet sind und einen gemeinsamem Familiennamen (Ehenamen) führen, erhält Ihr in dieser Ehe geborenes Kind diesen Ehenamen als Geburtsnamen (§ 1616 BGB). Falls ein Elternteil durch Hinzufügung einen Doppelnamen führt, geht dieser nicht auf das gemeinsame eheliche Kind über.

Wenn Sie verheiratet sind und keinen gemeinsamen Namen führen oder unverheiratet sind, aber eine Sorgeerklärung abgegeben haben, müssen Sie innerhalb eines Monats nach der Geburt Ihres Kindes bestimmen, welcher Elternteil seinen aktuell geführten Familiennamen an das Kind weitergibt. Die Bestimmung ist für alle weiteren Kinder bindend. Können Sie sich nicht einigen, überträgt das Familiengericht das Bestimmungsrecht einem Elternteil (§ 1617 BGB).

Durch Ihre gemeinsame Unterschrift auf der Geburtsanzeige bestätigen Sie den dort ausgewählten Familiennamen Ihres Kindes.

Wenn die Mutter des Kindes zum Zeitpunkt der Geburt das alleinige Sorgerecht hat, erhält das Kind den Familiennamen der Mutter (§ 1617a Abs. 1 BGB).

Durch Namenserteilung kann das Kind den Familiennamen des Vaters erhalten (Erklärung der Mutter mit Einwilligung des Vaters beim Standesamt; § 1617a Abs. 2 BGB).

Diese Namenserklärung kann, ebenso wie die Anerkennung der Vaterschaft, auch schon während der Schwangerschaft bei uns beurkundet werden. Legen Sie bitte diese Erklärung, die Urkunde über die Vaterschaftsanerkennung und die Zustimmungserklärung der Mutter bei der Anzeige der Geburt vor.

Die Namenserteilung und die Vaterschaftsanerkennung können aber auch nach der Geburt beurkundet werden. Sprechen Sie dazu bitte beide bei uns.

Vorname des Kindes

Bei gemeinsam sorgeberechtigten Eltern erteilen die Eltern gemeinsam den Vornamen, bei allein sorgeberechtigten Müttern die Mutter.

Die Vornamensgebung ist mit der Beurkundung der Geburt abgeschlossen. Bedenken Sie bitte, dass ein beurkundeter Vorname nicht mehr geändert oder ergänzt werden kann.

Wenn Sie einen Bindestrich zwischen zwei Vornamen setzen, gelten diese als ein Vorname.

Nach derzeitiger obergerichtlicher Rechtsprechung dürfen Sie Ihrem Kind maximal sieben Vornamen beilegen.

Namenserteilung

Erkundigen Sie sich in diesen Fällen bitte persönlich bei der entsprechenden Stelle. Sollte Ihr Kind nicht oder nicht ausschließlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, empfehlen wir, die gewünschte Namensführung vorab auch mit Ihrer Heimatbehörden (Konsulat) abzuklären.

Beachten Sie bitte: Namenserklärungen sind unwiderruflich. Sie können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Auch das Kind hat später keine Möglichkeit, zum ursprünglichen Namen zurückzukehren.

Folgendes ist bei einer Namenserteilung für Kinder, die nicht in einer Ehe geboren wurden, zu beachten: Nach § 1617a Abs. 2 BGB kann der alleinsorgeberechtigte Elternteil durch Erklärung gegenüber dem Standesbeamten seinem unverheirateten minderjährigen Kind den Familiennamen des anderen Elternteils erteilen. Dieser Elternteil muss aber dazu seine Zustimmung geben.

Sofern das Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat, ist zusätzlich dessen eigene Erklärung erforderlich, so dass die persönliche Vorsprache auch des Kindes erfolgen muss. Die Erklärung des Kindes bedarf der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.

Sämtliche Erklärungen und Einwilligungen bedürfen der öffentlichen Beglaubigung.

Neubestimmung des Familiennamens des Kindes nach Begründung einer gemeinsamen Sorge durch die Eltern

Nach § 1617b Abs. 1 BGB kann nach Begründung der gemeinsamen Sorge der Geburtsname des Kindes innerhalb von drei Monaten neu bestimmt werden. Es handelt sich hierbei um eine Ausschlussfrist!

Die gemeinsame Sorge kann entweder durch gemeinsame Erklärung beim Jugendamt oder durch Heirat der leiblichen Eltern begründet werden.

Für das Verfahren bei gemeinsamer Sorgeerklärung benötigen die entsprechende Stelle die Sorgeerklärung des Jugendamtes, die Geburtsurkunde des Kindes und die Personalausweise oder Reisepässe der Eltern.

Nach erstmaliger Begründung der gemeinsamen Sorge durch Eheschließung der Eltern mit anschließender getrennter Namensführung benötigen diese für die Namenserklärung nach § 1617b Abs. 1 BGB statt der Sorgeerklärung eine als Heiratseintrag fortgeführte beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch der Eltern.

Bestimmen die Eltern einen Ehenamen, erstreckt sich dieser Kraft Gesetzes auf das Kind, wenn es unter fünf Jahre alt ist. Ansonsten ist eine separate Anschlusserklärung des Kindes erforderlich. Kinder ab 14 Jahre müssen die Erklärung selbst abgeben, bedürfen dazu aber der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters, sofern sie noch nicht volljährig sind. In der Regel werden diese Erklärungen im Rahmen der Eheschließung der Eltern abgegeben und von uns an das Standesamt des Geburtsortes des Kindes zur weiteren Veranlassung übersandt.

Beachten Sie bitte, dass diese Erklärung zur Namensführung Ihres Kindes nur einmal möglich ist, unabhängig davon, auf welche Weise die gemeinsame Sorge begründet wurde.

„Namensänderung“ der Kinder nach Eheschließung der Eltern

Bei Eheschließung im Inland wird das Standesamt des Geburtsortes des Kindes automatisch von der Eheschließung der Eltern informiert. Sofern sich mit der Eheschließung der Name der Eltern ändert und diese Änderung Auswirkung auf den Geburtsnamen des Kindes hat, weil es unter fünf Jahre alt ist, wird dies im Geburtenbuch des Kindes vermerkt.

Einbenennung des Kindes in eine Stieffamilie

Nach § 1618 Abs. 1 BGB können der Elternteil, dem die elterliche Sorge für ein unverheiratetes Kind allein oder gemeinsam mit dem anderen Elternteil zusteht, und sein Ehegatte, der nicht Elternteil des Kindes ist, dem Kind, das sie in ihrem gemeinsamen Haushalt aufgenommen haben, durch Erklärung ihren Ehenamen erteilen (Einbenennung).

Dazu ist es bei Kindern, die während Bestehen einer Ehe geboren wurden, erforderlich, dass der andere Elternteil der Einbenennung in öffentlich beglaubigter Form zustimmt, wenn das Kind seinen Familiennamen trägt oder beiden Elternteilen die elterliche Sorge gemeinsam zusteht. Kann die Zustimmung des anderen Elternteils nicht beigebracht werden, kann diese unter Umständen durch das Familiengericht (Amtsgericht) ersetzt werden. Weiteres erfragen Sie bitte bei dem zuständigen Familiengericht.

Eine weitere Voraussetzung für eine Einbenennung ist, dass das Kind im gemeinsamen Haushalt der namenserteilenden Ehegatten aufgenommen ist (gleiche Adresse!). Bitte legen Sie deshalb u.a. eine von der Meldebehörde ausgestellte Meldebescheinigung vor.

Kinder ab 14 Jahre müssen die Namenserklärung selbst abgeben, bedürfen dazu aber der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.

(vgl. http://www.coburg.de/desktopdefault.aspx/tabid-204/111_read-217/)

Beratung finden Sie hier.

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