Pubertät: Anlass zu besonderer Sorge?

 

Kommt Ihnen Ihr Kind zunehmend fremd vor? Kein Wunder, denn die Pubertät ist eine der schwierigsten Entwicklungsphasen. Im Alter zwischen 11 und 18 Jahren verändern sich Jugendliche emotional, körperlich und sozial. Sie entwickeln ihr Sozialverhalten und ihre Beziehungsfähigkeit, und sie suchen ihre sexuelle Rolle.

 

In dieser Phase sind die Jugendlichen darauf angewiesen, dass ihre Eltern ihnen Verständnis, Toleranz, Vertrauen und viel Liebe entgegen bringen. Das ist eine Herausforderung für alle Beteiligte, weil ganz neue Konflikte in der Familie aufbrechen. Es kommt manchmal zu Grenzüberschreitungen mit alterstypischen Delikten wie z.B. Verkehrsverstößen, Diebstahl und Sachbeschädigungen, die Konflikte mit der Polizei auslösen. Jetzt sollten Eltern möglichst nicht mit überzogener Strenge reagieren, sondern eine Beratungsstelle kontakten. Im Extremfall steht die Erziehungshilfe im Amt für Jugend und Familie zur Verfügung oder die Unterstützung über eine Einrichtung (Caritas, Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe GmbH).

 

Die richtige Balance zwischen Halten und Loslassen, zwischen Kontrolle und Vertrauen, zwischen Grenzen setzen und Freiraum lassen ist jetzt nötig. Dies verlangt den Eltern auch ab, die eigene Einstellung und das eigene Verhalten gegenüber den Jugendlichen zu überprüfen. Das hilft, auf die oft unvorhersehbaren Verhaltensweisen der Jugendlichen angemessen zu reagieren. Gelassenheit und Klarheit der Eltern sind gerade in dieser Zeit hilfreich und notwendig.

 

Um ihre sozialen Beziehungen zu entwickeln, Handlungsfähigkeit und Verantwortungsbereitschaft zu entwickeln, brauchen Jugendliche in dieser Zeit der Orientierung geschützte Räume wie z.B. den Jugendtreff LA VIDA in Wolfratshausen, den Saftladen in Geretsried, die Tölzer Jugendförderung und die Jugendbildungsstätte Königsdorf.

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